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Waiotapu und Tongariro Alpine Crossing

Nach einer ausgiebigen Party am Vorabend mache ich mich zusammen mit den Franzosen Francois, Joachim und Arnaud um circa 11 Uhr (3,5h später als geplant) auf den Weg Richtung Taupo. Ich werde die nächsten zwei bis drei Tage mit ihnen unterwegs sein, bis ich dann mein Tavelmate in Turangi abhole.

Zuerst geht’s zum Waiotapu Thermal Wonderland, einem geothermisch aktiven Gebiet. Der Eintritt kostet zwanzig NZD, etwa zwei Stunden braucht man für den Rundgang.
Hier gibt’s um 10 Uhr morgens eigentlich immer den Ausbruch eines Geysirs zu sehen, welcher mit ordentlich Seife ausgelöst wird. Da wir zu spät sind und das Wetter auch nicht so super aussiehst, machen wir uns an die Besichtigung.

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Überall blubbert und dampft es. Zudem riecht es extrem nach Schwefel, aber man gewöhnt sich nach einiger Zeit dran. Nach einer Weile wird das Wetter schlechter, also schnell noch ein Foto zusammen machen (ohne Arnaud, da der hier schon war und keine Lust hatte, nochmal zu bezahlen).

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Wir machen uns wieder auf den Weg, allerdings nicht ohne einen Zwischenstopp bei McDonalds. Das Besondere hier, man kann theoretisch in einem alten Flugzeug essen, ist allerdings gerade geschlossen. Wir nutzen das WLAN um uns noch einmal Wetterinformationen für das geplante Tongariro Alpine Crossing für den morgigen Tag rauszusuchen. Bei einem Besuch im Warehouse entdecken wir reduzierte Tierkostüm-Onesuits. Wir entschließen uns dazu alle einen für den Walk zu kaufen. Danach geht’s nochmal eine Stunde lang mit dem Auto zu einem kostenlosen Campingplatz nahe des Crossings.

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Kostenlose Campingplätze gibt’s hier in Neuseeland sehr häufig, besonders auf der Südinsel. Teilweise sind sie allerdings nur für Fahrzeuge mit „self-containment“ geeignet, sprich mit Toilette und allem was dazu gehört. Darauf sollte man darauf achten, denn genau wie Campen in freier Wildbahn riskiert man sonst eine 200 NZD Strafe. Abhängig vom Standort der Campingplätze ist meist nicht viel mehr als ein Plumsklo vorhanden, gewöhnungsbedürftig.
Es ist dunkel und kalt, ich esse noch kurz eine Dose Baked Beans und mache mich auf den Weg Richtung Bett. Als ich versehentlich zwei Scheiben Brot neben meinem Auto fallen lasse und mich nicht weiter darum kümmere, weiß ich noch nicht, dass das womöglich böse Folgen für mich haben wird.

Als ich morgens wach werde und aufs Handy sehe, ist es sieben. Eigentlich wollte Joachim uns um sechs wecken, aber anscheinend hat sein Handy nicht geklingelt. Mit ordentlich Verspätung machen wir uns auf den Weg. Da die Wanderung kein loop Track ist, sondern Anfang und Ende an unterschiedlichen Orten sind, müssen wir zwei Autos am Ende abstellen, um mit dem anderen Auto zum Anfang zu fahren.
Während ich auf dem Weg zum Ende bin, nimmt das Unheil seinen Lauf. Nach ein paar Kilometern geht die Motorwarnlampe an und der Motor nimmt kein Gas mehr an –  scheiße. Die anderen sehen nicht, dass ich zurückfalle und fahren weiter. Mein Handy sagt mir „no service“. Bei einem Blick unter die Motorhaube sehe ich Brot auf dem Motor und Kot auf der Batterie.

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Ich kann allerdings keinen Fehler finden, Kabel und Schläuche sehen in Ordnung aus. Hätte ich das Brot doch mal bloß noch aufgehoben und weggeworfen. Ich fahre weiter und treffe auf die anderen. Drei mal geht mir noch der Motor aus, bis wir am Ende ankommen. Ich habe keine Zeit mehr mich um das Auto zu kümmern, da es der einzige Tag der Woche ist an dem das Wetter mitspielt. Außerdem habe ich eine Art ADAC Karte, falls das Problem am Abend immer noch besteht.

Der Tongariro Alpine Crossing ist ein Wanderweg im Tongariro-Nationalpark in Neuseeland. Er ist in eine Richtung 19,4 Kilometer lang und kann an einem Tag gelaufen werden. In den Sommermonaten wandern täglich mehr als 700 Touristen auf diesem Weg; damit ist der Tongariro Alpine Crossing einer der beliebtesten Wanderwege Neuseelands. (Wikipedia) Insgesamt werde ich in etwa 600 Höhenmeter überwinden.

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Da ich vorher noch nie Wandern war, ist das natürlich eine Nummer, der ich mit Respekt begegne. Der Anfang ist leicht und ohne viel Steigung, allerdings brauche ich etwas, bis ich die richtige Anzahl an Lagen Kleidung für mich gefunden habe, da es relativ kalt ist.
Nach einer Weile geht’s geht’s dann los, nur noch Treppen mit immenser Steigung – kein Ende in Sicht. Ich brauche die ein oder andere Pause, Arnaud wartet mit mir.

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Oben angekommen ist es super windig und kalt, zum Glück geht es erstmal wieder geradeaus, bis die nächste Etappe näherkommt. Es windet und ist super steil, ich fühle mich zu schwach und mache eine Pause, esse und trinke eine Kleinigkeit. Als ich mich besser fühle geht’s dann los, zum höchsten Punkt des Walks. Ein Kraftakt, aber mit vielen Pausen ist auch das geschafft. Die Aussicht entschädigt die Anstrengung, trotzdem liegen noch über 10km vor uns.

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Die Onesuits kommen gut an, viele Leute fragen uns, ob sie ein Foto mit uns machen dürfen. Nachdem wir bei einem See angekommen sind, machen wir endlich Pause und essen und trinken, bis es weitergeht. Als späte langsam die Sonne untergeht, haben wir immer noch einiges an Strecke vor uns.

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Am Ende des Crossings muss man noch etwas durch ein kleines Waldstück, leider mit Taschenlampe, da es mittlerweile dunkel ist. Beim Auto angekommen, machen wir uns wieder auf den Weg zum kostenlosen Campingplatz.
Leider geht mein Auto wieder nach einigen hundert Metern aus. Da ich kein Netz habe, um den AA Service zu rufen, entschließe ich mich nochmal selbst nach dem Problem zu suchen. Nach dem Entfernen der Motorabdeckung sehe ich auch schon das Problem, ein Kabel ist durchgefressen, so dass wahrscheinlich ein Zylinder ausgefallen ist. Da ich zufällig ein altes Kabel im Auto habe, entschließe ich mich das ganze provisorisch vor Ort zu reparieren. Während ich das Kabel durch zusammendrehen und mit Klebeband flicke, hält noch ein netter Kiwi an und fragt, ob wir Hilfe brauchen.
Wir machen uns auf den Weg und der Motor läuft wieder ohne Aussetzer. Ich bin super glücklich, dass nichts Größeres ist, denn das bedeutet hier schnell einen Totalschaden bei solch alten Autos.

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